{"id":16516,"date":"2017-11-07T11:50:59","date_gmt":"2017-11-07T10:50:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=16516"},"modified":"2017-11-07T11:50:59","modified_gmt":"2017-11-07T10:50:59","slug":"mahnmale-und-stolpersteine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2017\/11\/07\/mahnmale-und-stolpersteine\/","title":{"rendered":"Mahnmale und Stolpersteine"},"content":{"rendered":"<p><em>Stadtblattartikel von Stadtr\u00e4tin Dr. Luitgard Nipp-Stolzenburg, B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen <\/em><\/p>\n<p>In dieser Woche gedenken wir \u2013 wie jedes Jahr \u2013 der Pogromnacht des 9. November 1938. Nach langer propagandistischer Vorarbeit durch die NSDAP wurden die Heidelberger Synagogen in der Gro\u00dfen Mantelgasse und in Rohrbach gepl\u00fcndert und in Brand gesteckt. In widerw\u00e4rtigen Exzessen wurden j\u00fcdische B\u00fcrger*innen misshandelt, ihre Wohnungen und Gesch\u00e4fte zerst\u00f6rt. Viele Heidelberger*innen beteiligten sich, nennenswerten Widerstand gegen die Aktionen gab es nicht. Am Tag darauf wurden 150 j\u00fcdische B\u00fcrger*innen ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Ein sensibel gestalteter Platz in der Gro\u00dfen Mantelgasse erinnert heute an die Opfer.<\/p>\n<p>Ein anderer Erinnerungs- und Mahn-Ort ist vielen Heidelberger*innen kaum bekannt: in der Schwanenteichanlage f\u00fchrt ein Gleisst\u00fcck auf einen hohlen Steinblock zu \u2013 ein Bahnfahrtziel ohne Ausweg. Die Skulptur erinnert an 299 j\u00fcdische Heidelberger*innen, die am 22. Oktober 1940 hier vom Gleis 1a des ehemaligen Hauptbahnhofs ins Internierungslager Gurs deportiert wurden. Viele starben dort an Hunger und Krankheit, die meisten wurden weitertransportiert in die Konzentrationslager im Osten und dort ermordet. Der Dank f\u00fcr diese mahnende Skulptur geb\u00fchrt Sch\u00fcler*innen, die im Rahmen von Projekttagen den Ansto\u00df dazu gaben.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Denk-Mal f\u00fcr die vertriebenen und ermordeten Opfer des Nationalsozialismus sind die Stolpersteine. 152 kleine Messingplatten des K\u00fcnstlers Gunter Demnig erinnern an die Menschen, an ihren letzten Wohnort und ihr Schicksal. Gro\u00dfer Dank f\u00fcr diese \u201esoziale Skulptur\u201c (Gunter Demnig) geb\u00fchrt einer Gruppe engagierter Heidelberger*innen, die sich seit 2008 f\u00fcr diese Erinnerungskultur einsetzen. Sie sammeln Informationen, erarbeiten Biografien, recherchieren Angeh\u00f6rige, suchen Paten f\u00fcr die Finanzierung der Stolpersteine und gestalten sehr bewegende Verlegungen und Gedenkveranstaltungen. Der Gemeinderat und die Verwaltung taten sich anfangs sehr schwer mit der Genehmigung f\u00fcr die Stolpersteine. Man nahm die Bedenken von Charlotte Knobloch, der Vorsitzenden der israelitischen Gemeinde M\u00fcnchen, sehr ernst. Sie hatte gewarnt, das Andenken der Toten werde dadurch \u201emit F\u00fc\u00dfen getreten\u201c. Aber die Initiative lie\u00df sich nicht entmutigen und leistete weiterhin \u00dcberzeugungsarbeit. Im April 2010 erteilte der Gemeinderat einstimmig die Erlaubnis zur Verlegung von Stolpersteinen.<\/p>\n<p>Die letzte Verlegung und Gedenkfeier fand am 6. Oktober statt \u2013 u.a. in Erinnerung an verfolgte Lehrerinnen des H\u00f6lderlin-Gymnasiums. Die an der Feier beteiligten Sch\u00fcler*innen werden sicherlich nicht vergessen, wohin Ausgrenzung f\u00fchren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtblattartikel von Stadtr\u00e4tin Dr. Luitgard Nipp-Stolzenburg, B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen In dieser Woche gedenken wir \u2013 wie jedes Jahr \u2013 der Pogromnacht des 9. November 1938. 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