{"id":17767,"date":"2018-08-29T07:56:53","date_gmt":"2018-08-29T05:56:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=17767"},"modified":"2018-08-29T07:56:53","modified_gmt":"2018-08-29T05:56:53","slug":"artenschutzprogramm-im-zoo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2018\/08\/29\/artenschutzprogramm-im-zoo\/","title":{"rendered":"Artenschutzprogramm im Zoo"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\"><em>Stattblatt von Stadtr\u00e4tin Dr. Luitgard Nipp-Stolzenburg vom 29.08.2018<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">Wer glaubt, dass Zoos nur exotische Tiere pr\u00e4sentieren wollen, war lange nicht mehr im Heidelberger Zoo. Im Sommerprogramm der GR\u00dcNEN Gemeinderatsfraktion lie\u00dfen wir uns von Direktor Dr. Klaus W\u00fcnnemann durch den Zoo f\u00fchren und erfuhren dabei auch viel \u00fcber Nutztierhaltung. Gleich beim Eingang machte uns Herr W\u00fcnnemann auf anregend gestaltete St\u00e4nde aufmerksam. Dort wird anschaulich informiert, welche Folgen unser hoher Fleischkonsum hat: f\u00fcr die Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t der Nutztierhaltung, f\u00fcr den Fl\u00e4chenverbrauch und f\u00fcr das Klima. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">Da Fl\u00e4chenverbrauch f\u00fcr Landwirtschaft &#8211; vor allem gro\u00dfe Monokulturen &#8211; meist die nat\u00fcrlichen Lebensr\u00e4ume wildlebender Tiere vernichtet, sind deswegen immer mehr Arten vom Aussterben bedroht. Der Heidelberger Zoo engagiert sich seit \u00fcber zehn Jahren in Westafrika, wo in den letzten Resten der Regenw\u00e4lder einige sehr seltene Affenarten leben. Es war spannend zu h\u00f6ren, wie Herr W\u00fcnnemann in einer gezielten Aktion im Verbund mit anderen Zoos und Natursch\u00fctzern vor Ort einen Palm\u00f6l-Plantagen-Plan von Unilever verhindern und wertvollen Regenwald sch\u00fctzen konnte. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">Derzeit unterst\u00fctzt der Heidelberger Zoo eine Aktion \u201eSilent Forest\u201c. Es geht um Singv\u00f6gel, die in S\u00fcdostasien gefangen und f\u00fcr private \u2013 nicht artgerechte \u2013 Haltung oder f\u00fcr Gesangswettbewerbe verkauft werden. Die V\u00f6gel \u00fcberleben das nicht lange, und sie sind in ihrer Art durch die exzessiven Fangmethoden inzwischen vom Aussterben bedroht. Auch hier engagiert sich das internationale Netzwerk der Zoos.<\/span><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">Eine weitere Aktion gibt es auf Madagaskar. Die wachsende Bev\u00f6lkerung braucht Anbaufl\u00e4chen f\u00fcr Lebensmittel und zerst\u00f6rt daf\u00fcr die Habitate seltener Tierarten. Da sind Zoos und Natursch\u00fctzer vor allem in der Beratung der Bauern t\u00e4tig. Wenn durch Bew\u00e4sserung und effizienteren Anbau von Nutzpflanzen weniger Fl\u00e4che gebraucht wird, kann der Regenwald geschont werden. Und die Menschen vor Ort lernen auch, dass sie durch den zunehmenden Naturtourismus Einnahmen erzielen und vom Schutz der Wildtiere leben k\u00f6nnen. Selbstverst\u00e4ndlich entstand in unserer Besuchergruppe beim Thema Naturtourismus eine Diskussion \u00fcber die klimasch\u00e4dlichen Flugreisen. Herr W\u00fcnnemann verwies auf die M\u00f6glichkeit von freiwilligen Kompensationszahlungen, aus deren Ertrag zumindest Aufforstungs-Projekte finanziert werden k\u00f6nnen.<\/span><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">Beim Gang von Gehege zu Gehege erz\u00e4hlte uns Herr W\u00fcnnemann sehr eindrucksvoll, was der Zoo f\u00fcr den Erhalt einzelner Arten unternimmt. Wie die meisten Zoos bietet auch der in Heidelberg (\u00dcber-)Lebensraum f\u00fcr bedrohte Arten. Gelegentlich k\u00f6nnen im Zoo gez\u00fcchtete Tiere in Wiederansiedlungsprogramme aufgenommen und in ihre urspr\u00fcnglichen Lebensr\u00e4ume entlassen werden. Damit das genetische Material f\u00fcr die Z\u00fcchtung m\u00f6glichst breit gestreut ist, gibt es ein Erhaltungszuchtprogramm, das im internationalen Netzwerk der Zoos \u00fcberwacht und gesteuert wird. Daf\u00fcr werden Tiere f\u00fcr die Z\u00fcchtung gezielt ausgetauscht.<\/span><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">Wir h\u00f6rten auf unserem Rundgang zudem, dass das Watt an der Nordsee noch wichtiger sei als der Nationalpark im Schwarzwald, weil durchreisende Zugv\u00f6gel hier gen\u00fcgend energiereiche Nahrung f\u00fcr den Weiterflug finden. Wir lernten, dass Hornraben relevante Helfer bei der Bek\u00e4mpfung von Heuschreckenpopulationen sind. Wir erfuhren viel \u00fcber das Sozialverhalten und die Familienstrukturen von Elefanten. <\/span><span style=\"color: #000000; font-family: Cambria;\">Und wir bekamen gro\u00dfe Lust, den Zoo h\u00e4ufiger und intensiver zu besuchen. Das legen wir auch Ihnen ans Herz.<\/span><\/p>\n<p><em>Stattblatt statt Stadtblatt: Das offizielle Stadtblatt der Stadt Heidelberg macht in den Sommerferien\u00a0eine Pause und damit auch die \u201eStimmen aus dem Gemeinderat\u201c, wo sich die Gr\u00fcne Gemeinderatsfraktion jeden Mittwoch zu kommunalen Themen \u00e4u\u00dfert. Da die Gr\u00fcne Fraktion aber auch im Sommer aktiv ist\u00a0und es auch jetzt genug zu berichten gibt, ver\u00f6ffentlichen wir jeden Mittwoch unseren Stattblatt-Beitrag hier auf unserer <\/em><a href=\"http:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/\"><em>Homepage<\/em><\/a><em> als auch \u00fcber <\/em><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Gruene.Heidelberg\/\"><em>Facebook<\/em><\/a><em> und <\/em><a href=\"https:\/\/twitter.com\/GrueneHD\"><em>Twitter<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stattblatt von Stadtr\u00e4tin Dr. Luitgard Nipp-Stolzenburg vom 29.08.2018 Wer glaubt, dass Zoos nur exotische Tiere pr\u00e4sentieren wollen, war lange nicht mehr im Heidelberger Zoo. 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