{"id":18936,"date":"2019-05-03T14:08:20","date_gmt":"2019-05-03T12:08:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=18936"},"modified":"2019-05-03T14:08:20","modified_gmt":"2019-05-03T12:08:20","slug":"wohnen-in-heidelberg-urban-attraktiv-bezahlbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2019\/05\/03\/wohnen-in-heidelberg-urban-attraktiv-bezahlbar\/","title":{"rendered":"Wohnen in Heidelberg &#8211; urban, attraktiv, bezahlbar"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Stattblatt von Stadtrat Manuel Steinbrenner vom 03.05.2019 \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Heidelberg ist eine attraktive Stadt. Es wollen mehr Menschen hier wohnen, als die Stadt Wohnraum zu bieten hat. Dieser Trend wird auch in den n\u00e4chsten Jahren so bestehen bleiben. Daher ist es eine zentrale Forderung der Gr\u00fcnen mehr Wohnraum zu schaffen:<\/p>\n<p><strong>\u2026f\u00fcr Familien, Alleinerziehende, Auszubildende, Studenten und Haushalte mit einem durchschnittlichen Einkommen!<\/strong><\/p>\n<p>Leider kann nicht f\u00fcr alle Menschen, die in Heidelberg wohnen wollen, Wohnraum bereitgestellt werden. Selbst gut ausgebildete Doppelverdiener k\u00f6nnen sich Wohnungen in vielen Teilen der Stadt inzwischen nicht mehr leisten. Wir m\u00fcssen uns daher mit der Frage besch\u00e4ftigen, f\u00fcr welche Zielgruppen wir Wohnraum schaffen m\u00f6chten. Die soziale Durchmischung ist f\u00fcr uns Gr\u00fcne das Modell, das fair Chancen erm\u00f6glicht und den sozialen Zusammenhalt in den Stadtteilen st\u00e4rkt. Wir m\u00f6chten daher Wohnraum sichern \u2013 besonders f\u00fcr Haushalte mit Kindern, f\u00fcr Familien und Alleinerziehende, Auszubildende, Studierende und sonstige Haushalte, die zwar genug verdienen, um keine weiteren Unterst\u00fctzungen (wie z.B. Wohngeld) vom Staat zu erhalten, aber dennoch Schwierigkeiten haben eine f\u00fcr sie bezahlbare Wohnung in Heidelberg zu finden.<\/p>\n<p><strong>\u2026f\u00fcr Baugruppen und Wohnprojekte!<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen mehr Fl\u00e4chen f\u00fcr Baugruppen und Wohnprojekte schaffen! Solche Projekte bilden oft schon in der Phase der Projektentwicklung eine Nachbarschaft und setzen modellhafte Wohnformen um, die Vielfalt und Qualit\u00e4t in die Stadt bringen. Au\u00dferdem leisten sie einen Beitrag zu preiswertem Wohnraum, da die Gewinnerzielungsabsicht der gewerblichen Bautr\u00e4ger bei diesen Projekten entf\u00e4llt.<\/p>\n<p><strong>Mietpreise an Einkommen koppeln!<\/strong><\/p>\n<p>Ein guter Ansatz f\u00fcr uns, um bezahlbaren Wohnraum dauerhaft zu sichern, ist die Kopplung des Mietpreises an das Einkommen. Grunds\u00e4tzlich sollte die Miete nicht mehr als 30% des Einkommens betragen. Die GGH wird nun erstmalig ein neues Modell bei der Entwicklung des Hospital-Areals testen, bei dem genau das eingehalten werden soll. Wir fordern, dass diese Kopplung auch bei anderen Projekten und verbunden mit einer preislichen Deckelung bei privatwirtschaftlichen Bautr\u00e4gern umgesetzt wird!<\/p>\n<p><strong>Mehr st\u00e4dtische Wohnungen!!<\/strong><\/p>\n<p>Die Gesellschaft f\u00fcr Grund- und Hausbesitz mbH (GGH) \u00fcbernimmt als st\u00e4dtisches Unternehmen im Auftrag der Stadt Heidelberg die Versorgung mit gef\u00f6rdertem Wohnraum f\u00fcr sozial Schwache und f\u00fcr Schwellenhaushalte. Insgesamt h\u00e4lt die GGH mit 7000 Wohnungen knapp 10% aller Heidelberger Wohnungen in ihrem Eigentum. Damit ist sie enorm wichtig f\u00fcr die Preisbildung auf dem lokalen Wohnungsmarkt und auch bei der st\u00e4dtischen Aufgabe, die soziale Schere m\u00f6glichst eng zu halten. Um der GGH zu erm\u00f6glichen, den st\u00e4dtischen Wohnungsbestand zu erh\u00f6hen, fordern die Gr\u00fcnen eine signifikante Aufstockung des Eigenkapitals der GGH.<\/p>\n<p><strong>Wohnungswirtschaft zum Gemeinwohl verpflichten!<\/strong><\/p>\n<p>Immer wenn die Stadt neues Baurecht schafft, also bspw. einen neuen Bebauungsplan aufstellt, hat sie die M\u00f6glichkeit einen Teil der Grundst\u00fcckswertsteigerung abzusch\u00f6pfen. Diese Spielr\u00e4ume muss die Stadt konsequenter als in der Vergangenheit nutzen, um die Wohnungswirtschaft dazu zu bringen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu realisieren. Wir halten es f\u00fcr wirtschaftlich zumutbar 1\/3 der Fl\u00e4che f\u00fcr gef\u00f6rderten Wohnraum vorzuhalten. Eigentumswohnungen sollen g\u00fcnstig verkauft und Mietwohnraum mithilfe einer Mietpreisbindung f\u00fcr mindestens 25 Jahre g\u00fcnstig vermietet werden. Wir m\u00f6chten die Bauherren aber nicht nur verpflichten, einen Beitrag f\u00fcrs Gemeinwohl zu erbringen, sondern auch Anreize schaffen. Daher haben wir die Einf\u00fchrung der \u201eflexiblen Quote\u201c beantragt, deren Umsetzung die Stadt gerade pr\u00fcft und durch die Bauherren dazu gebracht werden sollen, freiwillig in bspw. Kitas, Spielpl\u00e4tze, hochwertige Freianlagen, soziale Infrastrukturprojekte oder eben preiswerten Wohnraum zu investieren. Das Wohnraumproblem kann nur gel\u00f6st werden, wenn Politik, Wirtschaft und Verwaltung an einem Strang ziehen. Davon w\u00fcrden nicht nur die Verk\u00e4ufer oder die k\u00fcnftigen Nutzer*innen der Wohnanlagen, sondern die gesamte Stadtgesellschaft profitieren.<\/p>\n<p><strong>Konzeptvergaben- und Erbpachtmodelle konsequent umsetzen!<\/strong><\/p>\n<p>Wenn die Stadt ein Grundst\u00fcck besitzt und weiterver\u00e4u\u00dfert, hat sie viele Handlungsspielr\u00e4ume. Durch Regelungen in den Kaufvertr\u00e4gen kann die Stadt \u00fcber das sonst \u00fcbliche Ma\u00df hinaus Einfluss auf die Preisbildung auf dem Wohnungsmarkt nehmen.Daher fordern wir, dass die Stadt Vorkaufsrechte geltend macht, um die eigenen Handlungsspielr\u00e4ume zu erweitern! Bei jedem Verkauf von st\u00e4dtischen Grundst\u00fccken, die sich f\u00fcr Wohnraum eignen, werden wir Gr\u00fcnen darauf achten, die Spielr\u00e4ume der Stadt im Sinne der Bev\u00f6lkerung auszusch\u00f6pfen. Ein geeignetes Instrument, das dies erm\u00f6glicht und zudem fair und transparent ist, sind Konzeptvergaben. Bspw. k\u00f6nnte man mithilfe von Konzeptvergaben Baugruppen oder genossenschaftliche Wohnprojekte gezielt f\u00f6rdern. Zudem wollen wir, dass s\u00e4mtliche Grundst\u00fccke, die sich f\u00fcr mehrere Wohneinheiten eignen, dauerhaft in Erbpacht gehalten werden. Nur so kann sich die Stadt langfristig Einfluss auf die Entwicklung des Grund und Bodens sichern. Ein weiterer Nutzen der Erbpachtvergabe ist, dass die Grundst\u00fcckswertentwicklung vom Wohnpreis entkoppelt werden kann. Ein Gro\u00dfteil der steigenden Wohnungspreise resultiert n\u00e4mlich aus den steigenden Grundst\u00fcckspreisen.<\/p>\n<p><strong>Zweckentfremdungsverbot konsequent durchsetzen!<\/strong><\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen bef\u00fcrworten ein Zweckentfremdungsverbot und fordern dessen strikte Durchsetzung. Wohnraum, der aus strategischen Gr\u00fcnden nicht dem Wohnungsmarkt zur Verf\u00fcgung gestellt wird, sondern aus spekulatorischen oder gewinnmaximierenden Gr\u00fcnden leer steht oder an Touristen vermietet wird etc. muss wieder dem Wohnungsmarkt zugef\u00fchrt werden. Eine Ma\u00dfnahme hierf\u00fcr ist das Zweckentfremdungsverbot, das die oben beschriebene Nutzung oder Nichtnutzung von Wohnraum sanktioniert. Es sollte aber auch mit positiven Anreizen, wie Wohnungstauschb\u00f6rsen etc., versucht werden, Eigent\u00fcmer*innen zu motivieren, ihre Immobilien f\u00fcr Wohnnutzung zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4tsvoll mehr Wohnraum schaffen!<\/strong><\/p>\n<p>Es geht uns nicht nur darum mehr Wohnraum zu schaffen, sondern auch um die Frage, WIE wir k\u00fcnftig in der Stadt zusammenleben wollen. Die gro\u00dfen anstehenden Bauaufgaben in der Stadt bieten viele Chancen, die Attraktivit\u00e4t der Stadt zu erhalten und in einigen Bereichen auch zu erh\u00f6hen. Und Heidelberg hat viele Stadtteile, von denen wir lernen k\u00f6nnen, was attraktive Wohngebiete ausmacht. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Gestaltung der Freifl\u00e4chen, die hochwertig, offen und einladend entwickelt werden sollen.<\/p>\n<p><strong>Nutzungsdurchmischung wagen!<\/strong><\/p>\n<p>Attraktive Quartiere zeichnen sich dadurch aus, dass sie nutzungsdurchmischt sind, d.h. dass auf engem Raum Wohnen, Gewerbe, Handel und Gastronomie nebeneinander m\u00f6glich sind. Die Stadt der kurzen Wege ist f\u00fcr uns Gr\u00fcne \u00f6kologisch und lebenswert zugleich, wenn die wichtigsten Nutzungen des t\u00e4glichen Bedarfs fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbar sind!<\/p>\n<p><strong>Bezahlbar UND \u00f6kologisch bauen!<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr viele ist es ein Wiederspruch \u00f6kologisch zu bauen und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Es l\u00e4sst sich nicht bestreiten, dass die Baukosten steigen k\u00f6nnen, wenn man hohe Energiestandards umsetzt oder mit nachwachsenden Rohstoffen baut. Zumal wir auch Wert auf die baukulturelle Qualit\u00e4t des Stadtraums legen. Wir Gr\u00fcne sind jedoch der Meinung, dass es auch \u00f6konomisch und sozial nachhaltiger ist, \u00f6kologisch zu bauen, da sich niedrigere Strom-, und Heizkosten indirekt auf die Wohnpreise auswirken werden. Auch der Bau mit hochwertigen (\u00f6kologischen) Materialien ist auf Dauer wirtschaftlich, da bspw. aufwendige Fassadensanierungen weniger h\u00e4ufig umgesetzt werden m\u00fcssen. Auch das wirkt sich auf Dauer auf den Preis der Wohnungen aus.<\/p>\n<p><strong><em>Stattblatt statt Stadtblatt: Das offizielle Stadtblatt der Stadt Heidelberg erscheint aufgrund der Karenzzeit vor der Wahl derzeit ohne die Stimmen aus dem Gemeinderat, wo sich die Gr\u00fcne Gemeinderatsfraktion jeden Mittwoch zu kommunalen Themen \u00e4u\u00dfert. Da die Gr\u00fcne Fraktion aber nat\u00fcrlich weiter aktiv ist und es jetzt im Wahlkampf genug zu berichten gibt, ver\u00f6ffentlichen wir jeden Mittwoch unseren Stattblatt-Beitrag sowohl hier auf unserer Homepage als auch \u00fcber Facebook und Twitter.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stattblatt von Stadtrat Manuel Steinbrenner vom 03.05.2019 \/\/ Heidelberg ist eine attraktive Stadt. Es wollen mehr Menschen hier wohnen, als die Stadt Wohnraum zu bieten hat. 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