{"id":19371,"date":"2019-07-16T12:24:47","date_gmt":"2019-07-16T10:24:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=19371"},"modified":"2019-07-16T12:24:47","modified_gmt":"2019-07-16T10:24:47","slug":"zehn-jahre-im-gemeinderat-aus-der-sicht-einer-tochter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2019\/07\/16\/zehn-jahre-im-gemeinderat-aus-der-sicht-einer-tochter\/","title":{"rendered":"Zehn Jahre im Gemeinderat \u2013 aus der Sicht einer Tochter"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Stadtblatt-Beitrag von Nadjeschda Boller und Beate Deckwart-Boller \u2013 Ausgabe vom 17.07.2019 \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Als meine Mutter Beate Deckwart-Boller 2009 in den Gemeinderat gew\u00e4hlt wurde, war ich zehn Jahre alt. F\u00fcr mich war das damals ein eher unspektakul\u00e4res Ereignis. In erster Linie bekam ich davon mit, dass sie abends \u00f6fter weg war als fr\u00fcher und dass unsere Post sich ungef\u00e4hr verdreifachte. Aber je \u00e4lter ich wurde, umso mehr begann ich mich daf\u00fcr zu interessieren, was meine Mutter da so machte. Es gefiel mir, mit zu Veranstaltungen zu gehen und \u00fcber die Geschehnisse in Heidelberg immer auf dem Laufenden zu sein. Ob ich wissen wollte, was die Baustellen in der Stadt zu bedeuten haben oder wann meine Schule renoviert wurde, ich musste nur zuhause fragen. Ich fand es sch\u00f6n, beim Wahlkampf mit am Stand der Gr\u00fcnen zu stehen und Kulis und vegetarische Gummib\u00e4rchen zu verteilen. Und auch die abendliche Abwesenheit meiner Mutter begann ich, je \u00e4lter ich wurde, immer mehr zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Irgendwann langweilten mich die Gespr\u00e4che \u00fcber Politik am Esstisch auch nicht mehr, ich begann sie zu genie\u00dfen und mich daran zu beteiligen. Ich habe mitbekommen, dass die Arbeit im Gemeinderat nicht immer nur Spa\u00df macht, sondern auch anstrengend und teilweise wohl auch frustrierend sein kann. Gleichzeitig aber auch, wie sch\u00f6n es ist, seine Erfolge umgesetzt gesehen zu bekommen. Und auch wenn es H\u00f6hen und Tiefen gab, finde ich doch, dass meine Mutter mit Stolz auf ihre Zeit im Gemeinderat zur\u00fcckschauen kann, denn ich wei\u00df, dass sie immer ihr Bestes gegeben hat. Diese Zeit hat nicht nur sie, sondern auch mich gepr\u00e4gt. Ab Oktober werde ich Politikwissenschaft studieren. Ich wei\u00df nicht, ob ich das auch tun w\u00fcrde, wenn ich durch die Arbeit meiner Mutter nicht gelernt h\u00e4tte, wie wichtig politische Partizipation und ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr politische Vorg\u00e4nge sind. Nach langer \u00dcberlegung hat meine Mutter entschieden, sich dieses Jahr nicht f\u00fcr den Gemeinderat aufstellen zu lassen. Das finde ich zwar sehr schade, kann es aber auch verstehen, da ich miterlebt habe, wie zeitaufwendig und auch stressig dieses Amt sein kann. Au\u00dferdem ist es sicher auch sch\u00f6n, die neuen Zeitreserven in den Beruf, neue Projekte und in die Familie investieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis meiner Mutter:<\/strong> Wir m\u00f6chten Sie bitten, am Sonntag am <a href=\"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/buergerentscheid\/\">B\u00fcrgerentscheid<\/a> teilzunehmen und mit \u201eJa\u201c zu stimmen. Einen zukunftsf\u00e4higen Betriebshof kann es weder am Ochsenkopf noch am alten Standort geben. Jetzt gilt es, gr\u00f6\u00dfer zu denken mit einem Betriebshof, der auch in zehn Jahren und sp\u00e4ter den Anspr\u00fcchen eines modernen \u00d6PNV gerecht wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtblatt-Beitrag von Nadjeschda Boller und Beate Deckwart-Boller \u2013 Ausgabe vom 17.07.2019 \/\/ Als meine Mutter Beate Deckwart-Boller 2009 in den Gemeinderat gew\u00e4hlt wurde, war ich zehn Jahre alt. 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