{"id":19901,"date":"2019-11-26T16:07:19","date_gmt":"2019-11-26T15:07:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=19901"},"modified":"2019-11-26T16:07:19","modified_gmt":"2019-11-26T15:07:19","slug":"einstimmig-fuer-vielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2019\/11\/26\/einstimmig-fuer-vielfalt\/","title":{"rendered":"Einstimmig f\u00fcr Vielfalt!"},"content":{"rendered":"<p><em><span style=\"font-family: 'Corbel',sans-serif; color: black;\">Stadtblatt-Beitrag von Marilena Geugjes \u2013 Ausgabe vom 27.11.2019\/\/<\/span><\/em><\/p>\n<p>Vieles hat sich verbessert f\u00fcr lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere (kurz: LSBTTIQ) Menschen in den vergangenen Jahren. Weite Teile unserer Gesellschaft haben sich ein wenig ge\u00f6ffnet, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist ein bisschen normaler geworden, Heteronormen werden zunehmend hinterfragt. Auch die rechtliche Gleichstellung von Mitgliedern der LSBTTIQ-Community ist vorangekommen; gleichgeschlechtliche Paare beispielsweise d\u00fcrfen seit 2017 heiraten.<\/p>\n<p>In Heidelberg ist das Amt f\u00fcr Chancengleichheit extrem aktiv darin, Projekte und Ma\u00dfnahmen zur Sichtbarmachung und Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt durchzuf\u00fchren. Im September hat der Haupt- und Finanzausschuss (fast einstimmig) beschlossen, die Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar (PLUS) mit fast 60.000 Euro zu unterst\u00fctzen, um 2020 eine Pr\u00e4ventions- und Beratungsstelle in Heidelberg einrichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Pink Monday am 2.12.<\/strong><\/p>\n<p>Und auch wenn die Heidelberger LSBTTIQ-Feierszene nicht ganz mit der Mannheimer mithalten k\u00f6nnen mag, so sind wir doch stolz auf das Queer Festival und queere Partyformate in der halle02, im Karlstorbahnhof und in der Villa Nachttanz. Ein weiteres gro\u00dfartiges Beispiel daf\u00fcr, dass die LSBTTIQ-Community in Heidelberg aktiv, kreativ und in der Mitte der Stadtgesellschaft akzeptiert ist, ist der allj\u00e4hrliche \u201ePink Monday\u201c auf dem Heidelberger Weihnachtsmarkt, der dieses Jahr am 2. Dezember stattfinden und dessen Erl\u00f6s der Deutschen Aidshilfe zugutekommen wird.<\/p>\n<p>Aber trotzdem erfahren Mitglieder der Community noch immer und immer wieder Diskriminierung und Gewalt. Auch in Heidelberg, egal wie offen, international und jung diese Stadt sein mag, findet Diskriminierung gegen queere Menschen statt. Das zeigen die Ergebnisse der Umfrage \u201eSicher Out?\u201c von PLUS, dem Heidelberger Amt f\u00fcr Chancengleichheit und dem Fachbereich Demokratie und Strategie der Stadt Mannheim. \u00dcber 400 Menschen aus Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis hatten sich 2018 an der Umfrage beteiligt und berichteten von Beleidigungen bei \u00f6ffentlichen Gesten gleichgeschlechtlicher Zuneigung wie H\u00e4ndchenhalten oder K\u00fcssen. Andere schilderten, dass sie Bedrohungen und Gewalt erfahren haben, weil sie nicht vorgegebenen Geschlechterbildern entspr\u00e4chen. Ein Problem stellt auch die strafrechtliche Verfolgung solcher \u00dcbergriffe dar: Teilweise werden sie von Sicherheitsbeamt*innen noch nicht ernst genug genommen und darum erst gar nicht gemeldet. Wer aber vorurteilsgeleitete Hassverbrechen bek\u00e4mpfen will, muss Polizist*innen, Staatsanw\u00e4lt*innen und Richter*innen f\u00fcr die Motive und Formen von Hasskriminalit\u00e4t und f\u00fcr\u202fden Umgang mit den Opfern sensibilisieren.<\/p>\n<p><strong>Mitgliedschaft im Rainbow-Cities-Netzwerk<\/strong><\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund ist es sehr zu begr\u00fc\u00dfen, dass der Gemeinderat dieses Jahr (fast einstimmig) entschieden hat, dass sich Heidelberg um die Aufnahme in das \u201eRainbow Cities\u201c-Netzwerk bewerben wird. Dieser internationale Zusammenschluss besteht aus St\u00e4dten wie Amsterdam, Barcelona, Paris und S\u00e3o Paulo, die sich gegenseitig dabei unterst\u00fctzen, eine proaktive st\u00e4dtische Diversit\u00e4tspolitik zu entwickeln, die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als Selbstverst\u00e4ndlichkeit betrachtet.<\/p>\n<p>Auch wenn sich schon vieles verbessert hat, haben wir noch einen weiten Weg zu gehen, bis aus Andersartigkeit Normalit\u00e4t und bis Pluralit\u00e4t zum gesellschaftlichen Standard geworden ist. Denn solange Menschen, die nicht der Hetero-Norm entsprechen, nicht angstfrei leben k\u00f6nnen, haben wir unseren Job noch nicht richtig gemacht \u2013 weder als Politiker*innen, noch als Gesellschaft insgesamt. Wie weit dieser Weg noch ist, zeigt nicht zuletzt die Anwesenheit von zwei AfD-R\u00e4ten im Heidelberger Gemeinderat, die gegen alle Inhalte stimmen, die sich an die LSBTTIQ-Community richten. Wir k\u00e4mpfen also weiter f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige, tolerante und offene Stadt \u2013 bis aus dem \u201efast einstimmig\u201c endlich ein \u201eeinstimmig\u201c wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtblatt-Beitrag von Marilena Geugjes \u2013 Ausgabe vom 27.11.2019\/\/ Vieles hat sich verbessert f\u00fcr lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere (kurz: LSBTTIQ) Menschen in den vergangenen Jahren. 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