{"id":19906,"date":"2019-12-03T18:12:24","date_gmt":"2019-12-03T17:12:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=19906"},"modified":"2019-12-03T18:12:24","modified_gmt":"2019-12-03T17:12:24","slug":"nachverdichtung-auf-hohem-niveau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2019\/12\/03\/nachverdichtung-auf-hohem-niveau\/","title":{"rendered":"Nachverdichtung auf hohem Niveau"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Stadtblatt-Beitrag von Stadtrat Manuel Steinbrenner \u2013 Ausgabe vom 04.12.2019\/\/<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wer an Nachverdichtungen in Heidelberg denkt, hat nicht nur sch\u00f6ne Bilder im Kopf. Vieles, was in den vergangenen Jahrzehnten in historischen Stadtteilen gebaut wurde, wurde renditeorientiert entwickelt, ohne R\u00fccksicht auf vorhandene Strukturen oder den spezifischen Bedarf gewachsener Quartiere. So entstanden etliche Bauten, die zwar die Nachfrage des Marktes bedienen, in baukultureller Hinsicht jedoch nicht an die Qualit\u00e4t der sie umgebenden Kulturdenkm\u00e4ler heranreichen. Dies f\u00fchrte dazu, dass die Stadt inzwischen sehr restriktiv mit Nachverdichtungen umgeht. Gestaltungs-, Erhaltungs- und Gesamtanlagenschutz-Satzungen im gesamten Stadtgebiet bewahren historische Stadtteile davor, auf Dauer verunstaltet zu werden. Nun darf auch in Zeiten der Wohnraumkrise nur noch in sehr seltenen Ausnahmef\u00e4llen in gesch\u00fctzten Bereichen neu gebaut werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns Gr\u00fcne gilt allerdings der Grundsatz Innen- vor Au\u00dfenverdichtung; nicht nur aus \u00f6kologischen, sondern auch aus \u00f6konomischen und sozialen Gr\u00fcnden. Wer in einer \u201cStadt der kurzen Wege\u201d lebt, zu Fu\u00df arbeiten, einkaufen und zum Arzt gehen kann, ist seltener auf kostspielige Verkehrsmittel angewiesen und verursacht weniger Co2. Zudem werden durch Nachverdichtungen landwirtschaftliche Fl\u00e4chen verschont, die der lokalen Lebensmittelproduktion, dem Artenschutz und der Kaltluftproduktion dienen. Aber auch im Innenbereich geraten Neubauvorhaben in Konflikt mit dem Umweltschutz. Die st\u00e4dtischen Gr\u00fcnfl\u00e4chen und Hohlr\u00e4ume in Geb\u00e4uden sind wichtige R\u00fcckzugsr\u00e4ume f\u00fcr bedrohte Tierarten. Daher fordern wir, dass Nachverdichtungen in historischen Quartieren nur dann genehmigt werden sollten, wenn gro\u00dfkronige B\u00e4ume erhalten, f\u00fcr den Artenschutz wichtige Gr\u00fcnfl\u00e4chen geschaffen werden und durch bauliche Eingriffe die st\u00e4dtebauliche, kleinklimatische und sozialr\u00e4umliche Situation verbessert wird.<\/p>\n<p>Wie das gehen kann, zeigt beispielhaft ein Projekt in Mannheim von motorlab Architekten, das wir im Mai mit einer Gruppe Interessierter besichtigt haben. Wo zuvor asphaltierte Parkpl\u00e4tze und eine Werkstatt waren, entstanden im Jahr 2014 barrierefreie Wohnungen, kreative B\u00fcros, eine Kindertagesst\u00e4tte und ein Caf\u00e9 auf engstem Raum und das in \u00f6kologischer Bauweise. Der Innenhof ist unversiegelt und auf begr\u00fcnten D\u00e4chern wird lokal Honig produziert. Solche Projekte w\u00fcnschen wir uns auch in Heidelberg. Voraussetzung ist, dass wir das aktuelle Regelwerk weiterentwickeln, indem wir flexible Spielr\u00e4ume, aber auch klare Leitplanken schaffen, die es erm\u00f6glichen in enger Kooperation mit Bauherr*innen, Architekt*innen und dem st\u00e4dtischen Gestaltungsbeirat historische Stadtteile durch sensible Eingriffe aufzuwerten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtblatt-Beitrag von Stadtrat Manuel Steinbrenner \u2013 Ausgabe vom 04.12.2019\/\/ Wer an Nachverdichtungen in Heidelberg denkt, hat nicht nur sch\u00f6ne Bilder im Kopf. 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