{"id":19926,"date":"2019-12-10T16:57:53","date_gmt":"2019-12-10T15:57:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=19926"},"modified":"2019-12-10T16:57:53","modified_gmt":"2019-12-10T15:57:53","slug":"damit-nachtkultur-nicht-einfach-nur-passiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2019\/12\/10\/damit-nachtkultur-nicht-einfach-nur-passiert\/","title":{"rendered":"Damit Nachtkultur nicht einfach nur \u201cpassiert\u201d"},"content":{"rendered":"<p><em>Stadtblatt-Beitrag von Marilena Geugjes und Julian Sanwald \u2013 Ausgabe vom 11.12.2019\/\/<\/em><\/p>\n<p>Hochkultur ist in Heidelberg zuhause. Das ist auch gut so. Aber eine andere Form von Kultur wurde bisher eher stiefm\u00fctterlich behandelt. Und das, obwohl in der j\u00fcngsten Stadt Deutschlands wohl ebenso viele Menschen ansprechen d\u00fcrfte wie hochkulturelle Angebote. Die Rede ist von der Kultur der Nacht. Die Kultur des Feierns, der Live-Musik, des Clubbings, der Kneipen. Die Kultur davon, nachts gemeinsam eine gute Zeit zu haben.<\/p>\n<p><strong>Mehr als Junggesellenabschiede<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir in Heidelberg von Nachtkultur sprechen, geht es eigentlich immer nur um die Untere Stra\u00dfe und die dortige L\u00e4rmproblematik. Auch wenn das ein zentrales Problem ist, das wir l\u00f6sen m\u00fcssen, ist es schade, dass dadurch Nachtkultur auf L\u00e4rmbelastung reduziert wird. Woraus folgt, dass sich die Gestaltung von Nachtkultur bisher eher auf die Regulierung von Sperrzeiten beschr\u00e4nkt hat \u2013 oder den Rechtsstreit darum.<\/p>\n<p>Nachtkultur bedeutet aber so viel mehr. Ein lebendiges Nachtleben ist Ausdruck einer kreativen, offenen Stadt und erm\u00f6glicht kulturelle und soziale Begegnungen. Nachtkulturelle Einrichtungen sind zudem Wirtschaftsmotoren, die Jobs schaffen und die lokale Kreativwirtschaft unterst\u00fctzen. Wir wollen der Nachtkultur darum den Stellenwert verleihen, den sie verdient, und fordern die Einrichtung der Stelle einer*s \u201cNachtb\u00fcrgermeister*in\u201d.<\/p>\n<p><strong>Night Mayor f\u00fcr Heidelberg<\/strong><\/p>\n<p>Das Konzept kommt aus Amsterdam, das als Vorbild in Sachen Nachtkultur gilt, und hat sich schnell auf der ganzen Welt verbreitet. Erst im vergangenen Jahr hat auch Mannheim einen Nachtb\u00fcrgermeister, genannt \u201cNight Mayor\u201d (um m\u00f6gliche Verwechslungen mit den regul\u00e4ren (Tag-)B\u00fcrgermeister*innen zu vermeiden), eingestellt. Die Aufgabe ist es, das Nachtleben zu verbessern und sozialvertr\u00e4glicher zu machen. Zum einen soll ein*e Night Mayor die Akteure der Nachtkultur repr\u00e4sentieren und ihnen eine institutionalisierte Stimme in die Politik hinein verleihen. Dadurch soll beispielsweise dem Clubsterben entgegengewirkt werden, von dem auch Heidelberg betroffen ist. Weiter soll die*der Night Mayor alle relevanten Stakeholder miteinander verbinden und so eine Nachtkultur schaffen, die von Austausch und Kooperation gepr\u00e4gt ist. Vor allem soll verhindert werden, was in allzu vielen St\u00e4dten geschieht: Nachtkultur \u201cpassiert\u201d einfach. Clubs werden zum Beispiel bei der Stadtentwicklung selten mitbedacht. Wenn sie dann trotzdem entstehen, werden sie meist als St\u00f6rfaktor wahrgenommen. Ein*e Night Mayor k\u00fcmmert sich deshalb auch um die strategische und langfristige Planung von gesamtst\u00e4dtischen Entwicklungen, von Nachtmobilit\u00e4t und von Sicherheitskonzepten \u2013 in Kooperation mit der Stadtverwaltung. Au\u00dferdem kann sie*er als Expert*in helfen, das Angebot der Nacht vielf\u00e4ltiger zu machen, Impulse f\u00fcr neue Formate zu geben, und damit die Qualit\u00e4t der Heidelberger Nachtkultur zu erh\u00f6hen \u2013 was ein verantwortungsbewussteres Publikum anlocken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Awareness-Kampagne zu L\u00e4rm in der Altstadt<\/strong><\/p>\n<p>Es w\u00e4re schade, die proaktive Rolle der\/des Night Mayors darauf zu beschr\u00e4nken, sich reaktiv um L\u00e4rm in der Altstadt zu k\u00fcmmern. Hinsichtlich dieser Problematik unterst\u00fctzen wir weiterhin die in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossene \u201eAwareness-Kampagne\u201c, die so schnell wie m\u00f6glich umgesetzt werden und Erfahrungen aus anderen St\u00e4dten ber\u00fccksichtigen soll. Und wenn sich die Projektgruppe entscheidet, im Rahmen dieser Kampagne eine*n L\u00e4rmbeauftragte*n einzusetzen, werden wir auch das unterst\u00fctzen. Aber eine*n Night Mayor wird diese Person nicht ersetzen. Wir Gr\u00fcne finden, dass es gerade vor dem Hintergrund des Gerichtsurteils zu den Sperrzeiten in der Altstadt immens wichtig ist, die Heidelberger Nachtkultur mittel- und langfristig auf eine breitere und nachhaltigere Basis zu stellen, dabei auf alle Stadtteile und die Qualit\u00e4t der Angebote zu achten und bei der Entwicklung m\u00f6glichst viele Stakeholder ins Boot zu holen. F\u00fcr diese anspruchsvolle Aufgabe ben\u00f6tigen wir eine*n Zust\u00e4ndigen: eine*n Night Mayor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtblatt-Beitrag von Marilena Geugjes und Julian Sanwald \u2013 Ausgabe vom 11.12.2019\/\/ Hochkultur ist in Heidelberg zuhause. Das ist auch gut so. 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