{"id":20049,"date":"2020-01-28T15:03:59","date_gmt":"2020-01-28T14:03:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=20049"},"modified":"2020-01-28T15:03:59","modified_gmt":"2020-01-28T14:03:59","slug":"neujahrsempfang-handschusheim-grusswort-von-buergermeister-wolfgang-erichson","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2020\/01\/28\/neujahrsempfang-handschusheim-grusswort-von-buergermeister-wolfgang-erichson\/","title":{"rendered":"Neujahrsempfang Handschusheim: Gru\u00dfwort von B\u00fcrgermeister Wolfgang Erichson"},"content":{"rendered":"<p><strong>B\u00fcrgermeister Wolfgang Erichson hielt das Gru\u00dfwort anl\u00e4sslich des Neujahrsempfanges des Stadtteilvereins Handschuhseim\u00a0 am 6. Januar 2020 im Rottmannsaal.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hier finden Sie die Rede im Wortlaut:<\/strong><\/p>\n<p>++++<\/p>\n<p>Meine sehr verehrten Damen und Herren,<br \/>\nsehr geehrter Herr Genthner,<br \/>\nsehr geehrter Herr Grieser!<\/p>\n<p>Im Namen unseres Oberb\u00fcrgermeisters Prof Dr.W\u00fcrzner, meiner Kollegen dem ersten B\u00fcrgermeister J\u00fcrgen Odczuk, Dr. Joachim Gerner und Hansj\u00fcrgen Heiss m\u00f6chte ich Ihnen allen ein gesundes, friedvolles 2020 mit pers\u00f6nlicher Zufriedenheit w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass Sie sch\u00f6ne Festtage verbracht haben und vielleicht geht es Ihnen wie mir: In der Ruhe der Tage, in dem Zusammensein mit Freunden und der Familie Lieben ist mir wieder einmal bewusstgeworden, wie dankbar ich bin. in Heidelberg leben zu d\u00fcrfen. Unserer Stadt geht es gut und ich behaupte, dass es auch unserem Land gut geht.<\/p>\n<p>Alles in allem k\u00f6nnen wir in unserem Land auf ein gutes Jahr 2019 zur\u00fcckblicken. Die Arbeitslosigkeit zum Beispiel ist so niedrig wie zuletzt vor 30 Jahren. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Gleichzeitig machen sich viele von uns durchaus Sorgen, wenn sie an die Zukunft denken. Das letzte Jahr war wieder eines von zum Teil atemberaubenden Ver\u00e4nderungen. Es spricht wenig daf\u00fcr, dass das Tempo dieser Ver\u00e4nderungen im Neuen Jahr nachlassen wird und das l\u00f6st aber eben auch Sorgen aus.<\/p>\n<p>Viele Menschen in unserem Land machen sich Gedanken wegen des Klimawandels. Viele Landwirte bangen derzeit um ihre wirtschaftliche Zukunft, andere B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger machen sich umgekehrt Gedanken \u00fcber den Artenschutz und die Wasserqualit\u00e4t. Denn die Welt ver\u00e4ndert sich. Das Klima auf der Welt ver\u00e4ndert sich.<\/p>\n<p>Zwar wurden wir in Deutschland und Heidelberg von Katastrophen im letzten Jahr verschont (man denke nur an die verheerenden Waldbr\u00e4nde die immer noch in Australien w\u00fcten), aber auch wir haben gesp\u00fcrt, dass der Klimawandel bei uns stattfindet. Unsere Landwirte k\u00e4mpften im Sommer mit der D\u00fcrre. Die Fl\u00fcsse hatten Niedrigwasser. Es gab hohe Temperaturen bis in den November, viele Arten verschwinden ganz leise.<\/p>\n<p>Und wir m\u00fcssen uns darauf einstellen, dass die Folgen noch st\u00e4rker werden. Es ist nicht die Frage ob der Klimawandel kommt, sondern ob wir bereit sind uns st\u00e4rker um unsere Umwelt und Natur zu k\u00fcmmern. Gesunde Luft, sauberes Wasser, Lebensraum f\u00fcr Tiere und Pflanzen und der Erhalt der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen sind ein Erbe, das unsere Generation erhalten hat. Wir sind es genauso unseren Kindern und Enkeln schuldig, dass wir ihnen diese Welt genauso \u00fcbergeben, wie wir sie vorgefunden haben. Nachhaltigkeit ist eine Aufgabe, die das ganze Jahr jeden einzelnen von uns betrifft.<\/p>\n<p>Und daher haben der Gemeinderat und die Stadtverwaltung in Heidelberg mit den 30 Punkten des Klimaschutz Aktionsplans konkrete Ziele und Ma\u00dfnahmen beschlossen um uns gemeinsam mit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern diesen Herausforderungen zu stellen. Gleichzeitig haben wir erlebt, dass hinter uns auch ein Jahr liegt, in dem sehr viel \u00fcber die Entfremdung zwischen Politik und B\u00fcrgern, fehlendem Vertrauen &#8211; ja Misstrauen &#8211; gesprochen wurde. Nicht zufrieden sind viele B\u00fcrger offenkundig mit dem, was die politischen Mandatstr\u00e4ger vor Ort tun bzw. nicht tun. Wer die Entwicklung &#8211; nicht nur in Heidelberg \u2013 verfolgt, der wird an der Erkenntnis nicht vorbeikommen, dass allgemeine Politikverdrossenheit und sinkende Wahlbeteiligung deutliche Signale der Unzufriedenheit der B\u00fcrger mit ihren Repr\u00e4sentanten sind.<\/p>\n<p>In der Tat sind im Politikstil der Gemeindevertretungen in den gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten und Gemeinden \u2013 auch in Heidelberg &#8211; im Laufe der Jahre deutliche Ver\u00e4nderungen zu registrieren. W\u00e4hrend fr\u00fcher die kommunale Politik durch eine ausgepr\u00e4gte Konsensorientierung gepr\u00e4gt war, folgt auch die lokale Politik heute immer mehr einem Konfliktmodell. Um dieses verlorene Vertrauen der B\u00fcrger wieder zur\u00fcckzugewinnen, pl\u00e4dieren immer mehr politische Akteure f\u00fcr mehr B\u00fcrgerbeteiligung in den St\u00e4dten und Gemeinden. Aber f\u00fchrt denn mehr B\u00fcrgerbeteiligung in Zeiten zunehmender Komplexit\u00e4t gepaart mit den vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten der modernen Kommunikation zu besseren L\u00f6sungen?\u00a0 91% der Heidelbergerinnen und Heidelberger halten es f\u00fcr sehr wichtig (49%) beziehungsweise wichtig (42%), dass sich die B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen an Planungen von Vorhaben und Projekten der Stadt bei Veranstaltungen oder im Internet beteiligen k\u00f6nnen. Dies gilt quer durch alle sozialen oder demografischen Gruppen. 44% der ab 16-j\u00e4hrigen Heidelbergerinnen und Heidelberger geben an, selbst schon einmal an einer Veranstaltung zur B\u00fcrgerbeteiligung teilgenommen zu haben oder im Internet bei einem Beteiligungsprojekt mitgemacht zu haben.\u00a0 58% sagen, dass sie mit der B\u00fcrgerbeteiligung, wie sie in Heidelberg zurzeit stattfindet, sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden sind. 24% sind weniger und 2% gar nicht zufrieden. 16% erlauben sich kein Urteil. Es ist also unstrittig das sich die Mehrheit der B\u00fcrger w\u00fcnscht, dass die Politik vor Ort st\u00e4rker einen Interessenausgleich zwischen den einzelnen Bev\u00f6lkerungsgruppen vornimmt. Seit Einf\u00fchrung im Jahr 2012 fanden etwa 100 Projekte mit B\u00fcrgerbeteiligung statt \u2013 vom kleinen Bebauungsplan, \u00fcber kleine und gro\u00dfe Verkehrsprojekte und Angebote der Kinder- und Jugendbeteiligung bis hin zu stadtweiten, gro\u00dfen Verfahren wie dem Konferenzzentrum, der Konversion oder dem Masterplan Neuenheimer Feld.\u00a0 Mit der B\u00fcrgerbeteiligung und der sehr fr\u00fchzeitigen Information macht die Stadtverwaltung transparent in welche Richtung Planung gehen sollen und die Vertreter m\u00f6glichst aller erkennbaren Interessen sind aufgerufen, sich einzubringen.<\/p>\n<p>Transparent werden aber auch Entscheidungsprozesse, insbesondere die Frage welche Anregungen aufgegriffen werden und welche nicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass hier nicht immer alle zufrieden sein k\u00f6nnen \u2013 berechtigt ist aber auch die Forderung \u00f6ffentlich zu machen, welche Vorstellungen sich nicht durchsetzen konnten und warum. Transparent werden aber auch Versuche von denjenigen, die inhaltlich im Gemeinderat oder in der Gesamtbev\u00f6lkerung nur schwach vertreten sind, oder sich nicht durchsetzen konnten und die B\u00fcrgerbeteiligung &#8211; oder genauer gesagt ihre Interpretation dortiger Diskussionen &#8211; nutzen, um ihren eigenen Sichtweisen \u00fcber diesen Umweg doch noch durchzusetzen. Es ist gut, dass die B\u00fcrgerbeteiligung auch solche Prozesse transparent macht und es w\u00e4re noch besser, wenn die politischen Vertreter sich jeweils ein eigenes Bild von dem machen, was in der B\u00fcrgerbeteiligung passiert, um nicht auf teils doch sehr subjektive Wahrnehmungen einzelner Akteure aus der B\u00fcrgerschaft angewiesen zu sein.<\/p>\n<p>Was allerdings immer wieder verkannt wird ist, dass Vorhaben (insbesondere diejenigen der komplexeren Art) erst einen ausreichenden Reifegrad erreicht haben m\u00fcssen, der nur durch sorgf\u00e4ltige Vorarbeiten in kleineren Kreisen unter Hinzuziehung des unverzichtbaren Sachverstandes und sorgf\u00e4ltige Ber\u00fccksichtigung und Abw\u00e4gung des \u201eF\u00fcr\u201c und \u201eWider\u201c erreicht werden kann. Verfr\u00fchte (Medien-)\u00d6ffentlichkeit und die leider h\u00e4ufig damit verbundene Emotionalisierung und Personalisierung von Sachverhalten f\u00fchren h\u00e4ufig dazu, dass Vorhaben, die im \u00fcberwiegenden Allgemeininteresse eigentlich positiv zu bewerten w\u00e4ren, erst gar nicht die Chance einer objektiven und sachangemessenen Bewertung bekommen. Dies ist eine negative Folge die ich in der Entwicklung des Verh\u00e4ltnisses von Politik und Medien sehe. Es ist eine Tendenz zur wachsenden Oberfl\u00e4chlichkeit, denn differenzierte Sichten, nuancierte Wertungen oder nachdenkliche \u00c4u\u00dferungen, die f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis und die Meinungsbildung eigentlich zwingend erforderlich sind, schaffen es entweder gar nicht in die Berichterstattungen oder werden v\u00f6llig verk\u00fcrzt oder falsch wiedergegeben.<\/p>\n<p>Alt-Bundespr\u00e4sident Johannes Rau hat diese Entwicklung vorausgehen als er geschrieben hat: \u201eIch halte es f\u00fcr eine der wichtigsten Aufgabe, den Menschen komplexe Zusammenh\u00e4nge verst\u00e4ndlich zu vermitteln\u2026 Es mag zwar bequemer sein, Konflikte zu personalisieren und sie damit auf die Frage \u201eWer gegen wen?\u201c zu reduzieren&#8230; Das Ergebnis ist aber auf Dauer verheerend f\u00fcr unsere Demokratie.\u201c<\/p>\n<p>Sicher es erscheint vordergr\u00fcndig als faszinierende Perspektive: Man kommt nach Hause, setzt sich an den Computer, gesellt sich zum \u201evirtuellen Dorfplatz\u201c, diskutiert m\u00f6glicherweise ein wenig mit anderen und stimmt dann ab. Eine richtige Mitmach-Politik. Es gibt ja heute schon vielfach die M\u00f6glichkeit dies mit Hilfe eines \u201eLike\u201c oder \u201eDislike\u201c-Buttons zu tun: Man dr\u00fcckt dann f\u00fcr oder gegen niedrigere Steuern, Eins\u00e4tze der Bundewehr im Ausland, mehr Kindergeld oder die Maut. Man lebt in dem Irrglauben: Umgesetzt wird dann das, was die Mehrheit entschieden hat.<\/p>\n<p>Bei Konfrontation mit der Lebenswirklichkeit findet sich dann aber eher die folgende Analyse:\u00a0 Die inhaltliche Qualit\u00e4t der politischen Debatte im Netz hat sich verschlechtert, die Diskurse sind leider immer populistischer geworden. Zum Teil werden auch die Grenzen des \u201eguten Geschmacks\u201c weit \u00fcberschritten, was nicht unerheblich der M\u00f6glichkeit zur Anonymit\u00e4t im Netz geschuldet sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Ich fordere f\u00fcr uns alle eine neue Ehrlichkeit und den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und weniger auf Umfragen und \u00f6ffentliche Gef\u00fchlslagen R\u00fccksicht zu nehmen. Das mag naiv und idealistisch klingen, wird dadurch aber nicht falsch. Zu dieser Ehrlichkeit geh\u00f6rt auch das Eingest\u00e4ndnis, dass die komplexen Probleme nicht immer mit mehr Partizipation der B\u00fcrger zu l\u00f6sen sind, dass es bei vielen Themen keine einfachen Antworten gibt, dass man manches einfach nicht wei\u00df oder schwer einsch\u00e4tzen kann und dass es bei politischen Entscheidungen oft Gewinner und Verlierer gibt;\u00a0 dass nicht immer alles besser wird; dass es oft ohne Kompromisse und Interessenausgleich nicht geht und dass bei vielen Themen Zeit f\u00fcr Analysen und Beratungen notwendig ist.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich braucht es auch den Mut zu richtungsweisenden, manchmal unpopul\u00e4ren Entscheidungen, deren Richtigkeit und Wert sich erst in der Zukunft beweisen kann.\u201c<br \/>\n\u00dcber den Sinn und die Notwendigkeit von B\u00fcrgerbeteiligung wird heute niemand ernsthaft streiten wollen. Es ist allerdings ein Irrglaube anzunehmen, dass B\u00fcrgerbeteiligung ein Verfahren garantiert, an dessen Ende ein Ergebnis steht, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind. Denn es geht eben nicht nur um das Ringen zwischen Staat und B\u00fcrgerschaft, sondern auch innerhalb der B\u00fcrgerschaft gibt es immer unterschiedliche Interessen. Es gibt nicht das einzige B\u00fcrgerinteresse; es gibt mehrere davon und die Pflicht von verantwortungsvoller Politik ist, am Ende des Prozesses abzuw\u00e4gen und zu entscheiden. Wenn es uns nicht gelingt dieses Grundverst\u00e4ndnis von Entscheidungsprozesses wieder zu akzeptieren, sehe ich das gro\u00dfe Problem, wie sich \u00fcberhaupt noch Menschen gewinnen lassen sollen, die sich als Verantwortungstr\u00e4ger, z.B. im Gemeinde- oder Bezirksbeirat engagieren wollen.\u00a0 Ich sehe die Gefahr, dass sich die anf\u00e4ngliche Euphorie in der Bereitschaft zum Mitgestalten schnell in Frustration umwandelt, wenn st\u00e4ndig die Gefahr besteht, nicht nur \u201emedial ans Kreuz geschlagen\u201c zu werden.<\/p>\n<p>Es gibt eine j\u00fcngere Studie, aus der wir entnehmen k\u00f6nnen, dass in jeder zw\u00f6lften Gemeinde Amtstr\u00e4ger Opfer von Angriffen geworden sind, entweder als B\u00fcrgermeister oder Gemeinder\u00e4te oder auch als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Verwaltung. Offenbar stehen kommunale Amtstr\u00e4ger, weil sie eine T\u00e4tigkeit aus\u00fcben, die ganz besonders viel Kontakt zu den Menschen, ganz besonders viel B\u00fcrgern\u00e4he braucht, besonders im Brennpunkt . Von kommunalen Funktionstr\u00e4gern wei\u00df man, wo sie wohnen, wo sie ihr Auto abstellen. Sie m\u00fcssen pr\u00e4sent sein auf Veranstaltungen, auf Festen, und werden offenbar ganz gezielt Opfer von Angriffen \u2013 und sind jetzt h\u00e4ufiger Opfer von Angriffen geworden.<\/p>\n<p>Jede Demokratie lebt aber davon, dass es Menschen gibt, die sich f\u00fcr andere Menschen engagieren, f\u00fcr gemeinsame und \u00f6ffentliche Angelegenheiten, f\u00fcr das Gemeinwesen. Das tun tausende von Hauptamtlichen und zehntausende von ehrenamtlichen Mandatstr\u00e4gern in den Kommunen. Sie sind das Gesicht und die Stimme der Demokratie. Und deshalb sind das Menschen, die unseren Respekt verdienen, unsere Anerkennung und, wo n\u00f6tig, auch den Schutz. Vor allen Dingen brauchen sie aber in dieser Zeit die R\u00fcckdeckung aus der ganzen Breite der Gesellschaft.\u00a0 Wir m\u00fcssen wieder lernen nach ausf\u00fchrlichen Diskussionen Entscheidungen zu akzeptieren \u2013 auch und gerade, wenn ein Ergebnis jemandem gerade mal nicht passt. Es kann nicht sein, dass diejenigen, die sich m\u00f6glicherweise nicht durchgesetzt haben, im Nachhinein das gesamte Beteiligungsverfahren deshalb per se in Frage stellen k\u00f6nnen. Deshalb werden wir B\u00fcrgermeister mit dem Oberb\u00fcrgermeister an der Spitze gemeinsam mit einer kompetenten Verwaltung auch im neuen Jahr alle Kompetenzen in Heidelberg und in seinen Stadtteilen zum Wohle der gesamten B\u00fcrgerschaft zu nutzen. Dabei werden wir sicherlich auch Fehler machen und wir werden es sicherlich nicht alles Recht machen k\u00f6nnen: Aber gerade wir in den in den Kommunen k\u00f6nnen zeigen das die tagt\u00e4gliche Balance von N\u00e4he und Distanz, Vers\u00f6hnlichkeit und Unvereinbarkeit dennoch zu einem Miteinander f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Wir brauchen doch nur auf unsere Stadtteilvereine schauen, die mit ihren vielen ehrenamtlichen Frauen und M\u00e4nnern, tagt\u00e4glich vorleben und zeigen, wie man Menschen zusammenf\u00fchrt und wie man das Gemeinschaftsgef\u00fchl st\u00e4rken kann. Und m\u00f6chte daher Ihnen Herrn Genthner und Ihren Mitstreitern\/ innen daf\u00fcr danken, dass sie sich unerm\u00fcdlich f\u00fcr Ihr Handschuhsheim engagieren und uns auch heute wieder so einen wunderbaren Neujahrsempfang erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Was ist der beste Weg mit Fragen umzugehen, die ja zum Teil v\u00f6llig gegens\u00e4tzlich sind? Meine Antwort ist: Eine kluge Mischung von Zuversicht und Zusammenhalt, denn zu einer guten Diskussion geh\u00f6rt auch die F\u00e4higkeit, zuzuh\u00f6ren. Und das passiert nicht mehr. Au\u00dferdem reagieren wir viel zu reflexartig. Auf alles muss sofort reagiert werden.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche daher zuk\u00fcnftig wieder eine Kultur der Achtsamkeit und des Respektes f\u00fcr den Mitmenschen und des Zuh\u00f6rens.<\/p>\n<p>Ich glaube man sollte sich einfach etwas mehr Zeit nehmen, um \u00fcberlegt zu reagieren und alles im allem einfach ein wenig mehr Gelassenheit. Das w\u00fcrde uns allen politisch aber auch gesellschaftlich guttun. Und noch etwas ist mir wichtig: Wir haben gemeinsam etwas zu verteidigen \u2013 eine freie, tolerante und respektvolle Gesellschaft. Diese Werte sind das beste Rezept gegen Angst- und Miesmacherei, gegen Aggression und Ausgrenzung. Beleidigungen oder gar \u00dcbergriffe zum Beispiel gegen Polizeibeamte, Rettungshelfer oder Mandatstr\u00e4ger m\u00fcssen wir zusammen klar und deutlich zur\u00fcckweisen!<\/p>\n<p>Wenn wir in diesem Sinne den Zusammenhalt in Heidelberg pflegen, werden wir viel schaffen k\u00f6nnen in und f\u00fcr unsere Stadt. Dazu brauchen wir mehr denn je den Mut zu neuem Denken, die Kraft, bekannte Wege zu verlassen, die Bereitschaft, Neues zu wagen, und die Entschlossenheit, schneller zu handeln, in der \u00dcberzeugung, dass Ungewohntes gelingen kann.<\/p>\n<p>Ich bedanke mich bei allen, die sich heute schon daf\u00fcr engagieren und w\u00fcnsche mir, dass sich noch viele andere anschlie\u00dfen werden. Zusammen k\u00f6nnen wir uns mit Zuversicht an die Arbeit im Neuen Jahr machen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche Ihnen alles Gute, Gesundheit, Wohlergehen und viele fr\u00f6hliche Momente mit Ihren Lieben.<\/p>\n<p>++++<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fcrgermeister Wolfgang Erichson hielt das Gru\u00dfwort anl\u00e4sslich des Neujahrsempfanges des Stadtteilvereins Handschuhseim\u00a0 am 6. Januar 2020 im Rottmannsaal. 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