{"id":20400,"date":"2020-05-12T17:30:15","date_gmt":"2020-05-12T15:30:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=20400"},"modified":"2020-05-12T17:30:15","modified_gmt":"2020-05-12T15:30:15","slug":"die-krise-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2020\/05\/12\/die-krise-in-der-krise\/","title":{"rendered":"Die Krise in der Krise"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Stadtblatt-Beitrag von Frank Wetzel \u2013 Ausgabe vom 13.05.2020 \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Infektion, Epidemie, Pandemie \u2013 die Themen der letzten Wochen. Doch die Welt dreht sich weiter und auch die Klimakrise macht keine Pause. Wenn Flieder, Iris, Pfingstrosen und Strauchrosen gleichzeitig bl\u00fchen und das in der letzten Aprilwoche, ist das ein deutliches Zeichen f\u00fcr den Klimawandel: das pflanzliche Wachstum hat sich bereits ver\u00e4ndert. Die Trockenheit der letzten vier Wochen, beg\u00fcnstigt durch starken, austrocknenden Wind und Sonnenschein, macht unseren Stadtb\u00e4umen zu schaffen. Das Landschaftsamt k\u00fcmmert sich um sie und w\u00e4ssert per Gie\u00dfwagen, zumindest die frisch gepflanzten B\u00e4ume. Der Heidelberger Stadtwald leidet ebenso. Fichten m\u00fcssen gef\u00e4llt werden, da sie stark gesch\u00e4digt sind und das Ausbreiten des Borkenk\u00e4fers beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p>Die G\u00e4rtnerkolleg*innen im Handschuhsheimer Feld versorgen ihre Gem\u00fcsekulturen dauerhaft mit Nutzwasser des Beregnungsverbands. Auf den nicht bew\u00e4sserten landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen tun sich die Aussaaten schwer mit dem Keimen, der Boden zeigt Schwundrisse. Weitere Merkmale der Erw\u00e4rmung: die eigentlich mediterrane Hanfpalme kann sich in Heidelberg durch Samen fortpflanzen. Bisher kernlose Feigen haben seit rund f\u00fcnf Jahren Kerne, sind damit fruchtbar und die ersten wilden S\u00e4mlinge stehen schon im Handschuhsheimer Feld.<\/p>\n<p>Wie reagieren wir Menschen auf diese Entwicklung hier in Heidelberg? Momentan jedenfalls noch gar nicht oder nicht genug mit den bekannten hitzereduzierenden Ma\u00dfnahmen, die im Grunde einfach umzusetzen sind: begr\u00fcnte D\u00e4cher und Fassaden, offener Boden, B\u00e4ume und Str\u00e4ucher, eventuell Wasserfl\u00e4chen, bepflanzte Vorg\u00e4rten. Diese Missst\u00e4nde m\u00fcssen wir angehen und schnell beseitigen. Die oben genannten Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen Bestandteil jeder Planung werden. Sie sind notwendig und kein l\u00e4stiges Anh\u00e4ngsel. Die Baumschutzverordnung muss B\u00e4ume auch bei einer Bebauung sch\u00fctzen. Klar retten wir damit nicht die Welt \u2013 aber das kommunale Kleinklima. Wir k\u00f6nnen mit mehr Pflanzen und weniger versiegelten Fl\u00e4chen kommunal, lokal die Hitze reduzieren. Wir k\u00f6nnen Fl\u00e4chen entsiegeln und Regenwasser auf den Grundst\u00fccken versickern lassen. Das st\u00e4rkt das Grundwasservorkommen und entlastet unsere Kl\u00e4ranlage. Denn jeder Liter Wasser, der auf versiegelten Fl\u00e4chen in den Abwasserkanal flie\u00dft, wird mit Energieaufwand durch unsere Kl\u00e4ranlage geleitet \u2013 und verl\u00e4sst schlie\u00dflich Heidelberg \u00fcber den Neckar. Kann er oberfl\u00e4chlich versickern, gelangt er in das Grundwasser und kann z.B. als Beregnungswasser f\u00fcr die landwirtschaftlichen oder g\u00e4rtnerischen Kulturen verwendet werden und erm\u00f6glicht den regionalen Anbau von Lebensmittel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtblatt-Beitrag von Frank Wetzel \u2013 Ausgabe vom 13.05.2020 \/\/ Infektion, Epidemie, Pandemie \u2013 die Themen der letzten Wochen. 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