{"id":20869,"date":"2020-11-04T13:14:10","date_gmt":"2020-11-04T12:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=20869"},"modified":"2020-11-04T13:14:10","modified_gmt":"2020-11-04T12:14:10","slug":"gruene-wollen-die-heidelberger-clubkultur-wieder-aufbauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2020\/11\/04\/gruene-wollen-die-heidelberger-clubkultur-wieder-aufbauen\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcne wollen die Heidelberger Clubkultur wieder aufbauen"},"content":{"rendered":"<p>Mit Bedauern nimmt die Gr\u00fcne Fraktion die Schlie\u00dfung des Kult-Clubs \u201cZieglers\u201d zur Kenntnis. Nach Schwimmbad-Club, H\u00e4ll, Kosmodrom, Nachtschicht und halle02 hat nun ein weiterer Traditionsclub der Stadt seine Pforten geschlossen und hinterl\u00e4sst eine gro\u00dfe L\u00fccke in der Heidelbergs Nachtkultur. &#8222;Wir mahnen schon seit vielen Jahren an, dass die Stadt Heidelberg, als j\u00fcngste Stadt Deutschlands, etwas gegen das Clubsterben tun muss. Aber au\u00dfer einem F\u00f6rdertopf f\u00fcr Live-Musik-Veranstaltungen, der nur Projekte und nicht strategisch f\u00f6rdert, und einigen Versprechungen ist leider nichts passiert\u201d, sagt Stadtr\u00e4tin <a href=\"https:\/\/gruen4hd.de\/fraktion\/kathrin-rabus\/\">Kathrin Rabus<\/a>.<\/p>\n<p>Hoffnung keimte zwischenzeitlich auf, als OB W\u00fcrzner noch im Juli vorschlug, er wolle sich f\u00fcr einen regionalen F\u00f6rdertopf stark machen, der langfristig und strukturell nach dem Hamburger Modell die Clublandschaft in der Region nachhaltig st\u00e4rken solle. Anvisiert war von st\u00e4dtischer Seite ein mittlerer sechsstelliger Betrag. Herausgekommen ist in dieser Sache seitdem nichts Z\u00e4hlbares. Zuletzt wurde ein zinsloses Darlehen als F\u00f6rderma\u00dfnahme vorgeschlagen, das letztlich sogar eher sch\u00e4dlich f\u00fcr die Clubbetreiber wirkt. Beantragt wurde das Darlehen bisher von keinem der Heidelberger Clubs, was belegt, dass die Ma\u00dfnahme v\u00f6llig am Bedarf vorbeigeht.<\/p>\n<p>Auf Vorschl\u00e4ge des regionalen Clubnetzwerkes \u201c<a href=\"http:\/\/www.eventkultur-mrn.de\/\">Eventkultur Rhein-Neckar<\/a>\u201d und die Ergebnisse einer regionalen Studie ging man bislang nur halbherzig ein. \u201cF\u00fcr junge Menschen in Heidelberg verkleinert sich der Aktionsradius zunehmend und beschr\u00e4nkt sich nun fast ausschlie\u00dflich auf die Untere Stra\u00dfe &#8211; mit allen Problemen, die damit einhergehen&#8220;, so die gr\u00fcne Stadtr\u00e4tin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende <a href=\"https:\/\/gruen4hd.de\/fraktion\/marilena-geugjes\/\">Marilena Geugjes<\/a> und erg\u00e4nzt \u201cHeidelberg verliert an Attraktion, wenn es hier nicht Ma\u00dfnahmen ergreift, die das Club-Leben nach Corona wiederaufleben lassen. Das ist f\u00fcr eine Universit\u00e4tsstadt wie Heidelberg ein Armutszeugnis\u201d. Letztlich bleibt f\u00fcr die jungen Leute nur der Weg in nicht genehmigte und somit gegebenenfalls unsichere R\u00e4ume oder in den \u00f6ffentlichen Raum, was besonders in Pandemiezeiten vor allem Polizei und Ordnungsamt viel Arbeit beschert.<\/p>\n<p>\u201cHeidelberg lebt von einer ausgewogenen und vielf\u00e4ltigen Kulturszene, zu der neben Theater, Museen und soziokulturellen Zentren eben auch ein spannendes Clubleben geh\u00f6rt(e).\u201d sagt <a href=\"https:\/\/gruen4hd.de\/fraktion\/felix-graedler\/\">Felix Gr\u00e4dler<\/a>, selbst (ehemaliger) Clubbetreiber und Gr\u00fcnen-Stadtrat. Zwar waren\/sind in allen oben genannten F\u00e4llen die Entscheidungen zur Schlie\u00dfung an die Immobilien und P\u00e4chter gebunden, aber gerade deshalb muss die Kommune hier gegensteuern, indem sie alternative Immobilien anbietet und den Dialog mit den Eigent\u00fcmer*innen und Betreiber*innen sucht.<\/p>\n<p>Weiterhin fehlt nach wie vor der Dialog mit den aktiven Betreiber*Innen und die Bereitschaft, auf die Bed\u00fcrfnisse der Clubszene einzugehen. Ein* Nachtb\u00fcrgermeister*in k\u00f6nnte diese L\u00fccke f\u00fcllen, sofern er*sie denn nun ins Amt kommt.<\/p>\n<p>Die Nachtkultur ist jedoch nicht nur ein wichtiger kultureller Standortfaktor, sie ist auch wirtschaftlicher Motor und bietet eine Menge Arbeitspl\u00e4tze. \u201cDass Clubs auch Standortfaktor sind und somit auch f\u00fcr die Wirtschaftsf\u00f6rderung interessant sind, scheint in Heidelberg leider noch nicht angekommen zu sein&#8220;, so Gr\u00e4dler.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcne Fraktion fordert den Oberb\u00fcrgermeister auf, das Problem endlich ernst zu nehmen und L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu erarbeiten, anstatt wie beim Beispiel Nachtb\u00fcrgermeister das Problem weiter zu versch\u00e4rfen. Geugjes betont: \u201cWir w\u00fcrden uns freuen, wenn wir auch mit anderen Fraktionen gemeinsam an einem Strang ziehen w\u00fcrden und Parteitaktik mal au\u00dfen vor bleibt zugunsten der jungen Menschen. F\u00fcr eine nachhaltige Clubentwicklung in Heidelberg haben wir einen entsprechenden Antrag gestellt und freuen uns auf eine positive Mitgestaltung der angedachten Ma\u00dfnahmen durch die anderen Stadtr\u00e4t*innen.\u201d<\/p>\n<p>Der Antrag zielt darauf, Clubkultur st\u00e4rker in den Fokus der Heidelberger Kulturpolitik zu r\u00fccken. Folgende konkrete Ma\u00dfnahmen sollen dies m\u00f6glich machen. Bei st\u00e4dtischen Neubauten und beim Verkauf st\u00e4dtischer Liegenschaften an private Bautr\u00e4ger sollen in Zukunft verpflichtend neue Fl\u00e4chen f\u00fcr Clubs und Livemusik entwickelt und dann ausgeschrieben werden, um die Clublandschaft wiederzubeleben.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem soll die Verwaltung bei der Ansiedlung neuer Clubs und bei Problemen bestehender Clubs pr\u00fcfen, wie durch eine wohlwollende Auslegung von bestehenden Regeln m\u00f6glichst viele Clubs auch als tempor\u00e4re Projekte genehmigt werden k\u00f6nnen. Zudem sollen bestehende und k\u00fcnftige Clubs in Zukunft eine*n festen Ansprechpartner*in innerhalb der Stadtverwaltung haben, die auch bei Konflikten mit der Nachbarschaft und\/oder Eigent\u00fcmer*innen moderiert.<\/p>\n<p>Vor allem aber soll sich die Stadt Heidelberg, wie bereits vom Oberb\u00fcrgermeister am 1. Juli in der Rhein-Neckar Zeitung angek\u00fcndigt, am regionalen Club-Kultur-F\u00f6rderprogramm der Metropolregion Rhein-Neckar beteiligen und auch durch eine finanzielle F\u00f6rderung des regionalen Clubnetzwerks die Strukturen der Nacht\u00f6konomie st\u00e4rken. Die Stadtverwaltung soll hierf\u00fcr f\u00fcr den n\u00e4chsten Haushalt einen Vorschlag \u00fcber eine angemessene Kulturf\u00f6rderung machen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ww1.heidelberg.de\/buergerinfo\/vo0050.asp?__kvonr=30170&amp;voselect=6101\">Hier<\/a> geht es zum Antrag der Gr\u00fcnen Fraktion zur Clublandschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Bedauern nimmt die Gr\u00fcne Fraktion die Schlie\u00dfung des Kult-Clubs \u201cZieglers\u201d zur Kenntnis. 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