{"id":21977,"date":"2021-07-14T18:05:57","date_gmt":"2021-07-14T16:05:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=21977"},"modified":"2021-07-14T18:05:57","modified_gmt":"2021-07-14T16:05:57","slug":"gruene-fordern-mehr-angebote-fuer-junge-menschen-in-heidelberg-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2021\/07\/14\/gruene-fordern-mehr-angebote-fuer-junge-menschen-in-heidelberg-jetzt\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcne fordern mehr Angebote f\u00fcr junge Menschen in Heidelberg JETZT!"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Pressemitteilung vom 14. Juli 2021 \u2013 Gemeinderatsfraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen \/\/<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Um die Diskussion um die Vorg\u00e4nge auf der Neckarwiese und in der Altstadt wieder zu versachlichen, macht die Gr\u00fcne Fraktion deutlich, dass es endlich darum gehen muss, konkrete Angebote f\u00fcr junge Menschen zu schaffen und die bereits bestehende strukturelle Benachteiligung zu beseitigen. Heidelberg ist die j\u00fcngste Stadt Deutschlands, hat aber viel zu wenig passende Angebote f\u00fcr junge Menschen.<\/p>\n<p>Deshalb fordern die Gr\u00fcnen von der Stadtverwaltung die sofortige Umsetzung von mehr Angeboten f\u00fcr junge Menschen. Und sofort bedeutet hier, dass die Angebote bereits in den n\u00e4chsten Tagen und Wochen entstehen!<\/p>\n<p>Daf\u00fcr sollen au\u00dferplanm\u00e4\u00dfige Mittel f\u00fcr ein Sofortprogramm im Rahmen der Corona-Hilfen f\u00fcr die n\u00e4chsten beiden Jahre zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Die Verwaltung soll kurzfristig ermitteln, welche Mittel ben\u00f6tigt werden und eingestellt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Sport<\/strong><\/p>\n<p>\u00b7 zus\u00e4tzliche Spiel- und Sportst\u00e4tten auf der Neckarwiese und in den Stadtteilen<br \/>\n\u00b7 neue Pump-Tracks, Skate-Anlagen, Calisthenics-Parks, Basketballpl\u00e4tze, legale MTB-Trails und weitere informelle Sportangebote<br \/>\n\u00b7 Kurse mit dem Fokus auf junge Menschen, z.B. Crossfit oder Freeletics<\/p>\n<p><strong>Kultur<\/strong><\/p>\n<p>\u00b7 Open-Air-Partys mit professionellen Veranstalter*innen, z.B. ein Rave auf dem Airfield<br \/>\n\u00b7 schnell Airfield tempor\u00e4r zur vielseitig nutzbaren Fl\u00e4che umfunktionieren<br \/>\n\u00b7 Clubs und Diskotheken gestatten, Tanz unter freiem Himmel bei Einhaltung der \u201e3G-Regel\u201c zu erm\u00f6glichen (ggf. Modellversuche oder Sonderregeln beim Land beantragen)<br \/>\n\u00b7 Ausschreibung von st\u00e4dtisch gef\u00f6rderten Pop-Up Clubs f\u00fcr \u00bd Jahr nach Corona<br \/>\n\u00b7 Suche nach tempor\u00e4ren Indoor- und Outdoor-Fl\u00e4chen f\u00fcr Veranstalter*innen<br \/>\n\u00b7 gemeinsam mit Vertreter*innen der Clubszene und der Livemusik-Spielst\u00e4tten schnellstm\u00f6glich Strategien und Konzepte zur kontrollierten \u00d6ffnung der Kultureinrichtungen entwickeln<br \/>\n\u00b7 Entwicklung von neuen zielgruppenspezifischen Konzepten gemeinsam mit Clubbetreiber*innen<br \/>\n\u00b7 Schaffung von weiteren nicht-kommerziellen und zumindest zum Teil wetterunabh\u00e4ngigen Treffpunkten f\u00fcr junge Menschen in jedem Stadtteil (siehe Haushaltsantrag \u201cMasterplan f\u00fcr Treffpunkte f\u00fcr junge Menschen\u201d)<br \/>\n\u00b7 Entwicklung eines Jugendkultur-Konzepts f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre, das auch die k\u00fcnstlerische Nachwuchsf\u00f6rderung im Blick hat. Es mangelt an Prober\u00e4umen, Ateliers und Auftrittsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr junge K\u00fcnstler*innen. Hier fordern wir die Stelle eines*r Beauftragten f\u00fcr Jugendkultur als Schnittstelle zwischen jungen Menschen und Verwaltung\/Politik.<\/p>\n<p><strong>Freizeit<\/strong><\/p>\n<p>\u00b7 umfangreiche Infokampagne f\u00fcr Jugendliche \u00fcber geeignete (!) Kan\u00e4le zu verschiedenen Freifl\u00e4chen in Heidelberg<br \/>\n\u00b7 F\u00f6rderstrategien zur Schaffung neuer Orte f\u00fcr junge Menschen ohne Konsumzwang, auch au\u00dferhalb bekannter Jugendtreff-Konzepte<\/p>\n<p><strong>Allgemein<\/strong><\/p>\n<p>\u00b7 verst\u00e4rkte Zusammenarbeit zwischen Polizei, KOD und Jugendsozialarbeiter*innen unter Einbezug des Jugendgemeinderats, Kulturschaffenden und den Nachtb\u00fcrgermeister*innen\/ Szene-Vertreter*innen<br \/>\n\u00b7 Einrichten einer Task Force: JuGR, SMV, Studierendenvertretung<br \/>\n\u00b7 Einbeziehen von Jugendlichen in alle Entscheidungen, Ausbau der Kinder- und Jugendbeteiligung<br \/>\n\u00b7 Impfaktionen f\u00fcr Jugendliche<\/p>\n<p>In der \u00f6ffentlichen Diskussion geht es bez\u00fcglich junger Menschen und ihres Ausgehverhaltens oft \u00fcberwiegend um St\u00f6rendes und Fehlverhalten, meist aber weniger um die Ursachen. So ersch\u00f6pft sich diese Diskussion dann auch h\u00e4ufig darin, welche weiteren potenziellen Verbote und Einschr\u00e4nkungen notwendig sind, um unerw\u00fcnschtes Verhalten zu unterbinden.<\/p>\n<p>Es ist aber von allergr\u00f6\u00dfter Bedeutung, sich mit der Situation junger Menschen in der Pandemie auseinanderzusetzen und ihre Probleme und Bed\u00fcrfnisse wahr- und ernstzunehmen und ihnen auch R\u00e4ume zur Verwirklichung ihres Lebensgef\u00fchls anzubieten. Ein \u00f6ffentlicher Diskurs, der sich vorwiegend um Ausschreitungen, Gewalt und Law&amp;Order-Ans\u00e4tze dreht, bringt uns gesellschaftlich nicht weiter und l\u00e4sst die augenf\u00e4llige Relevanz des Nachtlebens und dessen Wegfall au\u00dfer Acht.<\/p>\n<p>Mit der Schlie\u00dfung der Freizeiteinrichtungen, der Clubs und der Musik-Locations gleich zu Beginn der Pandemie wurden die jungen Menschen ihrer Orte beraubt, die untrennbar mit ihrer Identit\u00e4t und ihrem Lebensgef\u00fchl verbunden sind. Dies in Verbindung mit der anhaltenden Schlie\u00dfung von Schulen, Universit\u00e4ten, Sporteinrichtungen und den strengen Kontaktbeschr\u00e4nkungen hat Jugendliche und junge Erwachsene massiv getroffen. Sie sind es, die \u00fcberproportional stark unter den Einschr\u00e4nkungen der Pandemie leiden und das in einer Lebensphase, in der sich Kennenlernen, sich ausleben und feiern zum Lebensgef\u00fchl und zur individuellen Entwicklung geh\u00f6ren. Die entsprechenden Zahlen aus psychiatrischen Ambulanzen, von Therapeut*innen und anderen Fachstellen sind alarmierend. Doch es fehlt an einer Lobby f\u00fcr junge Menschen, die in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung anscheinend einfach nur etwas Verzicht und Solidarit\u00e4t \u00fcben sollen.<\/p>\n<p>Aber genau das haben sie doch schon lange Zeit klaglos getan. Nun brauchen wir dringend Konzepte, wie schnellstm\u00f6glich Abhilfe geschaffen werden kann. Denn: w\u00e4hrend mit \u201e3G\u201c (geimpft, genesen, getestet) mittlerweile sogar die Europameisterschaft in gro\u00dfen Stadien durchgef\u00fchrt wurde, sind Clubs beispielsweise immer noch geschlossen und das Tanzen ist verboten. Es braucht Perspektiven und Impfangebote f\u00fcr junge Menschen. In einigen St\u00e4dten gibt es bereits gute Ans\u00e4tze, die dringend auf ihre Umsetzung in Heidelberg evaluiert und angepasst werden sollten. Die ersten, einfach umsetzbaren Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen bereits zu Beginn der Sommerferien verf\u00fcgbar sein!<\/p>\n<p><em>Bild: Florian Freundt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung vom 14. 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