{"id":23004,"date":"2022-04-25T15:53:47","date_gmt":"2022-04-25T13:53:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-heidelberg.de\/?p=23004"},"modified":"2022-04-25T15:53:47","modified_gmt":"2022-04-25T13:53:47","slug":"auf-dem-weg-zu-einer-gesellschaft-ohne-rassismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/neu.gruene-heidelberg.de\/index.php\/2022\/04\/25\/auf-dem-weg-zu-einer-gesellschaft-ohne-rassismus\/","title":{"rendered":"Auf dem Weg zu einer Gesellschaft ohne Rassismus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Stadtblattartikel von <a href=\"https:\/\/gruen4hd.de\/fraktion\/dorothea-kaufmann\/\">Dr. Dorothea Kaufmann<\/a>, B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen \u2013 Ausgabe vom 27.04.2022\/\/<\/strong><\/p>\n<p>Am 21. M\u00e4rz 1960 demonstrierten in S\u00fcdafrika mehr als 20.000 Menschen gegen die diskriminierenden Passgesetze des damaligen Apartheit-Regimes. Hierbei wurden 69 Demonstrierende erschossen und mehr als 180 Menschen verletzt. Dieses \u201cMassaker von Sharpeville\u201d f\u00fchrte dazu, dass die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1966 den 21. M\u00e4rz als \u201cInternationalen Tag f\u00fcr die Beseitigung der Rassendiskriminierung\u201d ausrief und 1979 alle Mitgliedstaaten dazu aufrief, rund um diesen Tag Aktionswochen der Solidarit\u00e4t mit den Gegner*innen und Opfern von Rassismus zu organisieren.<\/p>\n<p>Das Interkulturelle Zentrum Heidelberg folgt dieser Einladung seit vielen Jahren und bietet in diesen Aktionswochen ein spannendes und umfangreiches Programm an. Denn Rassismus ist leider immer noch nicht ausgestorben &#8211; ganz im Gegenteil, er flackert \u00fcberall auf der Welt, aber eben auch in Heidelberg an vielen Stellen wieder verst\u00e4rkt auf. Ganz aktuell in Aggressionen gegen russischst\u00e4mmige Mitb\u00fcrger*innen, die sich gegen den v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieg in der Ukraine stellen, aber auch gegen Menschen auf der Flucht und viel zu oft auch gegen Heidelberger*innen, die als migrantisch gelesen werden. Mit der Kommunalen Antidiskriminierungsstelle haben wir bereits eine Anlaufstelle f\u00fcr Betroffene geschaffen, doch wir m\u00fcssen als Gesellschaft alle mit diesem Thema angemessen umgehen.<\/p>\n<p>In B\u00fcchern, Kunstwerken, Musik, Namen von zuk\u00fcnftigen Stadtteilen und Lokalen oder Schaufensterdekorationen stecken auch heute noch rassistische Klischees und es ist unser aller Aufgabe, dies nicht nur zu bemerken, sondern auch zu \u00e4ndern. Die Aufarbeitung unseres kolonialen Erbes, wie es z.B. durch die R\u00fcckgabe von Kulturg\u00fctern an die Herkunftsl\u00e4nder geschieht, ist hierbei ebenso wichtig wie die kritische Reflexion des eigenen Verhaltens und der eigenen Sprechweise. Besondere Bedeutung hat dies in einer Wissenschaftsstadt wie Heidelberg, die mit ihrer Weltoffenheit und Internationalit\u00e4t f\u00fcr so viele Menschen Heimat und Sehnsuchtsort ist.<\/p>\n<p>Bei unserer Panel-Diskussion zum Thema \u201c,Cancel Culture\u2019 und postkoloniale Rassismus-Kritik in Forschung und Lehre\u201d diskutierten vergangenen Dienstag Fachleute aus Wissenschaft und Beratung sowie das Publikum angeregt. Der Begriff der \u201eCancel Culture\u201c wird von (neu)rechten Kreisen als Angriff auf die Meinungs- und Kunstfreiheit fehlgedeutet, das ewige \u201edas wird man doch noch sagen d\u00fcrfen\u201c klingt hohl und falsch. Die Zeit ist \u00fcberreif, die Allgegenw\u00e4rtigkeit des Rassismus nicht mehr hinzunehmen, sondern aktiv zu kritisieren und so gemeinsam zu einer Erneuerung der Erinnerungskultur und einem respektvollen Miteinander beizutragen.<\/p>\n<p><em>Foto: Daniel Kubirski \/ Lichtorte<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtblattartikel von Dr. Dorothea Kaufmann, B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen \u2013 Ausgabe vom 27.04.2022\/\/ Am 21. M\u00e4rz 1960 demonstrierten in S\u00fcdafrika mehr als 20.000 Menschen gegen die diskriminierenden Passgesetze des damaligen Apartheit-Regimes. 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